Postbank Business Giro

Für alle Kontomodelle verlangt die Postbank Girokonto Gebühren

Das sind keine guten Neuigkeiten für alle Kunden von Deutschlands größter Privatkundenbank, denn es wird kräftig an der Gebührenschraube gedreht – künftig muss fast jeder Kunde mit Postbank Girokonto Gebühren rechnen.

Update: Postbank schließt über 100 Filialen

Bis Ende 2018 will die Postbank 100 Filialen deutschlandweit schließen, dass sind ganze 10% aller Filialen. Als Grund dafür nennt die Postbank als Grund in erster Linie, dass die betroffenen Filialen nicht rentabel sein, sie kosten die Postbank mehr, als sie einbringen.

Gleichzeitig werden allerdings auch neue Beratungszentren geöffnet. Wenn man hierbei bedenkt, dass die alten Filialen wegen geringer Rentabilität geschlossen werden, liegt aber die Vermutung nahe, dass diese Zentren eher in Großstädten entstehen werden.

DKB Girokonto

Update: Neue Gebühren 2018

Ab 2018 kommen erneut Preiserhöhungen auf Kunden der Postbank zu. Vor allem Kunden, die sich nicht aufs Onlinebanking beschränken, müssen mit höheren Kosten rechnen.

Wer etwa Überweisungen nach wie vor per „Girobrief“ statt online durchführt, hatte bisher pro Jahr 12 dieser Umschläge Umsonst zur Verfügung, bevor 8,40 Euro Portogebühren anfallen. Ab 2018 zahlt man die Portogebühren bereits ab dem ersten Brief, hinzu kommen die seit 2015 von der Postbank etablierten 99 Cent für Papierüberweisungen.

Eine weitere Änderung betrifft den bislang kostenlosen Kontoauszug, den die Postbank bislang alle drei Monate an Kunden raus gegeben hat. Ab 2018 muss man sich muss man sich die Kontoauszüge selbst in der Filiale besorgen für 50 Cent pro Auszug. Alternativ lässt sich der „Finanzstatus“ bestellen, dann bekommt man ein mal pro Monat alle Informationen zum Konto per Post für 1,90 Euro pro Monat.

Eine deutliche Preissteigerung wird auch bei Auslandsüberweisungen durchgeführt. Im Onlinebanking kostete eine Überweisung in eine Fremdwährung bislang 1,50 Euro pro Überweisung, der Preis soll hier auf ganze 8 Euro gesteigert werden. Per Anruf oder Girobrief steigen die Kosten von 8,50 auf 12 Euro.

Postbank Girokonto Gebühren: monatlich 3,90€

Für das kostenlose Girokonto der Postbank Giro Plus Konto mussten bislang monatlich mindestens 1.000€ Geldeingang erfolgen. Dies ist nun ab Herbst 2016 vorbei. Ab 01.11.2016 müssen die Kunden der Postbank jeden Monat 3,90€ Kontoführungsgebühr einplanen. Ausgeschlossen von dieser Regelung sind nur junge Erwachsene, für die das Postbank Konto: Giro start direkt angeboten wird, und Gutverdiener, die einen monatlichen Geldeingang über 3.000€ zur Verfügung haben. Otto Normalverbraucher werden künftig also zur Kasse gebeten.

Darum erhebt die Postbank Girokonto Gebühren

Die Postbank ist nach der Sparkasse, welche schon seit vielen Monaten für die meisten Konto-Varianten gebührenpflichtige Modelle anbietet, nun schon die zweite große Bank, die sich von der Gratismentalität gänzlich verabschieden will. Auch hier fallen die Argumente sehr ähnlich aus. Mit gebührenfreien Konten lässt sich aufgrund der Niedrigzinspolitik einfach kein Geld verdienen. Daher muss Qualität in Zukunft wieder angemessen vergütet werden. Denn die großen Volksbanken, wie Postbank, Sparkasse und Volks- & Raiffeisenbanken, setzen auf die breite Mittelschicht für ihre Bankgeschäfte. Bei niedrigem Leitzins verdienen die Banken zu wenig, denn das Grundmodell, einen ordentlichen Zinsüberschuss bei Krediten zu erwirtschaften, funktioniert in diesen Zeiten nicht.

Neben der Kontoführungsgebühr werden auch in anderen Bereichen Einnahmequellen erschlossen. So werden beispielsweise bei einigen Banken, u.a. Postbank und Commerzbank, beleghafte Überweisungen mit einem Entgelt belegt. Wer sich gegen Digitalisierung und Online-Banking verwehrt, wird künftig an vielen Stellen zur Kasse gebeten.

Laut Expertenmeinung ist dieses Problem jedoch hausgemacht, denn viele Banken haben durch Ihre Marketingkampagnen dem Verbraucher die Kostenlos-Mentalität eingeimpft. Doch das kostenlose Girokonto ist für die Anbieter keinesfalls gratis. Es ist davon auszugehen, dass monatlich 7€ nötig sind, um die Kosten im Allgemeinen zu decken.

So rankt die Postbank gegen andere Anbieter im Girokonto Vergleich

Ausnahmeregelung

Überraschenderweise hat sich im Postbank Gebühren Krimi noch eine Wendung aufgetan, bei der tatsächlich einige Kunden profitieren werden. Konkret geht es um Postbank Kunden, die vor Jahren über den Kaffee-Riesen Tchibo zur Postbank gelangt sind. Die Schlüsselrolle dabei kommt dem Slogan: „Girokonto und Kreditkarte kostenlos: Für alle Zeiten – versprochen!“ zu. Hierzu gehen Verbraucherschützer auf die Barrikaden. Bevor es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommt, lenkt die Postbank ein. Für jeden Postbank Kunden, der sein Girokonto über eine Kooperation mit Tchibo abgeschlossen hat, gibt es eine Ausnahmeregelung. Dass heißt, gegen die Entgeltänderung zum 01.11.16 muss Widerspruch eingelegt werden, dann bleibt man von der neuen Kontoführungsgebühr verschont.

Welche Alternativen gibt es?

Die Pionierrolle, die die Postbank beim Thema kostenloses Girokonto inne hatte, nimmt sie nun auch bei der Umkehrung ein. So ist davon auszugehen, dass viele andere Banken nachziehen werden und hier nur die großen Direktbanken, wie ING-DiBa oder DKB, eine Sonderstellung einnehmen. Die Konten dieser Banken sind reine Onlineangebote, wodurch sie bei Punkten wie Filialnetz und Personal deutlich Kosten sparen.

Kostenloses Girokonto finden

Wer unbedingt eine Bank mit Filial-Netz möchte, dem kann man noch die Commerzbank empfehlen, die ein solides kostenloses Girokonto bietet.

Daher unser TIPP: Direkt einmal zur persönlichen Hausbank klicken und beim Thema Gebühren genauer hinschauen. Wer auch weiterhin ein kostenloses Girokonto nutzen möchte, dem empfehlen wir, das Girokonto der DKB, der ING-Diba oder der Comdirect einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Alle Details zu den Konten gibt es im unabhängigen Girokonto Vergleich.

Fazit seit Einführung der Postbank Girokonto Gebühren

Zum November 2016 hat die Postbank als eines der größten deutschen Bankhäuser für alle Kontomodelle Kontoführungsgebühren zwischen 1,90€ – 9,90€ eingeführt. Nun äußerte sich Postbank-Vorstandsmitglied Susanne Klöß in der „Süddeutschen Zeitung“ mit einer positiven Bilanz. Insgesamt gingen durch die Einführung der Postbank Girokonto Gebühren knapp 5% der Kunden verloren. Dies war jedoch weniger als erwartet und außerdem handelt es sich bei vielen Kündigungen, um Postbank Kunden, die das Konto nicht aktiv genutzt haben. Die größte Kündigungswelle ist wohl vorbei und die deutliche Mehrheit der Postbank Kunden hat sich für das mittlere Modell Postbank Giro Plus entschieden. Ein Postbank Girokonto kostenlos gibt es künftig somit nur noch für Studenten, hier gab es Nachbesserungen der Postbank beim Giro direkt, und für Gutverdiener.

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41 Gedanken zu „Für alle Kontomodelle verlangt die Postbank Girokonto Gebühren

  1. Willibald Schiefer

    Giro extra plus für Gutverdiener!? Achtung Falle!
    Auf einem Gemeischaftskoto ist das Limit
    „€ 3000/Monat“ oft erreichbar. Die Falle: Alle Personen die ihren Sold, Pension, Gehalt, an einem Monatsersten erhalten (müssen,) der an einem Wochenende oder Feiertag ist, bekommen ihr Monatseinkommen der Rechtsnorm entsprechend am letzten Bankarbeitstag zuvor. Z.B. am Fr. 30. Juni f ü r Juli, weil der 1. Juli ein Samstag ist.
    Die Postbank justiert nachträglich
    ihr Angebot „Monat“ auf Geldeingang „im“ Monat!
    € 9,90 werden für den Juli fällig!
    Im Jahr 2017: 5 – 6 Mal, rund 50 – 60 €, je nach Bundesland-Feiertag. Über mühsame Proteste bei der kostenpflichtige Servicenummer 0228 5500 5500, wurden die Gebühren bisher zurückgebucht. Wer das nicht wahrnimmt oder sich nicht wehrt . . ?
    Da geht’s in Summe um viel Geld. Ihr Geld!

    Antworten
    1. Kostenloser-Girokonto-Vergleich

      Lieber Willibald Schiefer,

      herzlichen Dank für diesen wertvollen Hinweis und das Teilen Ihrer Erfahrungen.

      Viele Grüße
      Juliane

      Antworten
      1. Norbert Müller

        Sehr geehrte Damen und Herren!
        Ich habe mir Ihr Schreiben genau durchgelesen. Möchte daher darauf hinweisen, daß ich von Ihnen eine schriftliche Zusage habe, daß von meinen Konto, GOLDKONTO, bei Papierüberweisungen keine Gebühren anfallen. Ich hoffe es bleibt wie zugesagt.
        Das Konto läft auf meine Frau Helga und mich. Mit freundlichen Grüßen Norbert Müller.

      2. Kostenloser-Girokonto-Vergleich

        Guten Morgen Norbert Müller,

        wir sind nicht die Postbank, sondern ein Vergleichsportal für Girokonten. Bitte wenden Sie sich mit Ihrem Anliegen direkt an die zuständige Postbank.

        Beste Grüße

    2. Norbert Müller

      Sehr geehrte Damen und Herren!
      Ich habe mir Ihr Schreiben genau durchgelesen und möchte darauf hinweisen, daß ich von Ihnen eine Zusage habe, daß bei meinem Konto -GOLDKONTO- keine Gebühren für Papierüberweisungen anfalle.
      Ich hoffe Ihre Zusage bleibt bestehen.
      Mit freunslichen Grüßen Norbert Müller.
      Das Konto läuft auf Helga und Norbert Müller.

      Antworten
  2. Dieter Loew

    Ich beziehe eine Altersrente von 670 € und bin somit nicht in der Lage, die Auflage der IngDiba zu erfüllen, die besagt, dass ein Zahlungseingang von mindestens 1000 € zu erfolgen hat. Bei der Postbank, der ich seit 53 Jahren die Treue halte, zahle ich zwar 3,30 € im Monat, habe aber keinen Mindestzahlungseingang zu tätigen.

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    1. Kostenloser-Girokonto-Vergleich

      Hallo Herr Dieter Loew,

      da dürfen wir sie korrigieren, man erhält „lediglich“ eine Prämie von 50€ wenn man 1.000 € Geldeingang hat.
      Einen generellen Mindestgeldeingang bedarf es nicht. Das Girokonto bei der IngDiBa ist generell gebührenfrei.

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