Apple Pay Deutschland

Apple Pay Deutschland – Nutzung, Banken und Vor- und Nachteile im Überblick

Seit einiger Zeit ist Apple Pay endlich in Deutschland verfügbar – auch wenn der Start holpriger ist, als es sich die User wünschen würden. Wir informieren Sie darüber, wie Apple Pay zu nutzen ist, mit welchen Anbietern und Banken Sie damit bezahlen können und wie es um die Sicherheit bei der Bezahlmethode steht.

Was ist Apple Pay?

Apple Pay ist ein Bezahldienst für Handys mit dem IOS Betriebssystem – sprich iPhones. In den USA ist der Dienst bereits seit einigen Jahren in Betrieb und flächendeckend nutzbar, inzwischen ist er aber auch nach Deutschland gekommen. Auf der anderen Seite gibt es Google Pay – ein fast identischer Service für Android Geräte, der hierzulande schon seit einer Weile nutzbar ist.

Was benötige ich zur Nutzung von Apple Pay?

apple pay deutschland screenshotEs gibt einige Bedingungen, die für die Nutzung von Apple Pay erfüllt sein müssen: Zunächst einmal benötigen Sie die Kreditkarte einer Bank, die Apple Pay auch unterstützt. Weiter unten haben wir eine Liste dazu erstellt, mit welchen Banken die Nutzung von Apple Pay aktuell möglich ist.

Zusätzlich zu einer entsprechenden Karte wird ein Apple-Account benötigt, mit dem man sich in Apples iCloud anmeldet.

Die Liste von Hardware, die mit Apple Pay funktioniert ist relativ lang:
iPhone SE / iPhone 6 oder neuer / iPad mini 3 oder 4 / ein iPad Air 2 / iPad der 5. oder 6. Generation / iPad Pro / Apple Watch / MacBook Pro oder MacBook Air mit TouchID / einen Mac, der 2012 oder später eingeführt wurde (Hier ist allerdings zusätzlich ein kompatibles iPhone oder eine Apple Watch nötig).

Wie kann ich mit Apple Pay bezahlen?

Wie bei anderen Apps für das mobile bzw. kontaktlose Zahlen kann man mithilfe eines iPhones oder einer Apple Watch, auf der Apple Pay installiert ist, sehr schnell und unkompliziert an der Kasse bezahlen. In der sogenannten Wallet App wird dazu im Vorfeld eine Kreditkarte hinterlegt und verifiziert. Um nun den Bezahlvorgang an der Kasse zu starten, wird je nach Modell die Eingabe einer PIN oder eines Fingerabdrucks gefordert, um das iPhone bzw. die Apple Watch zu entsperren. Neuerdings ist das auch per Face-ID, also via Gesichtserkennung, möglich. Anschließend hält man das jeweilige Gerät einfach an das Bezahlterminal. Daraufhin wird man über die erfolgte Buchung informiert.

Doch Apple Pay erleichtert nicht nur den Bezahlvorgang im Geschäft, sondern funktioniert ebenso in zahlreichen Apps und im Web. So können Nutzer flexibel entscheiden, wo sie wie zahlen möchten.

Wo Sie überall mit Apple Pay bezahlen können, erkennen Sie übrigens an diesen abgebildeten Symbolen:
Kontaktlos bezahlen mit Apple Pay

Mit welchen Banken funktioniert Apple Pay?

Die Liste an Banken und Anbietern, die Apple Pay unterstützen, erweitert sich kontinuierlich, weswegen wir bemüht sind, alle Daten möglichst aktuell zu halten.

  • Boon
  • Bunq
  • Comdirect
  • Consorsbank
  • Consors Finanz
  • Crosscard
  • Deutsche Bank
  • DKB
  • Edenred
  • Fidor Bank
  • Fleetmoney
  • Hanseatic Bank
  • HypoVereinsbank
  • Monese
  • Netbank
  • N26
  • O2 Banking
  • Revolut
  • Unicredit
  • Viabuy
  • VIMpay
  • Apple Pay und PayPal

    Wer sich jetzt fragt, ob er auch ohne Kreditkarte einer dieser Banken Apple Pay nutzen kann, der darf sich freuen, denn über Umwege ist es möglich. Dazu benötigt man die App z.B. von Boon, die eine virtuelle MasterCard kreiert. Diese kann man dann bei Wallet hinterlegen und nutzen. Allerdings ist dieser Dienst von Boon kostenpflichtig, weswegen Sie vorher genau abwägen sollten.

    Eine Kooperation mit PayPal, wie das die Konkurrenz Google Pay macht, ist derzeit nicht geplant. Android-Nutzer können den mobilen Bezahldienst nämlich ebenfalls ohne Vorhandensein einer entsprechenden Kreditkarte verwenden, da PayPal eine kompatible Kreditkarte erzeugt. Diese Variante ist kostenfrei.

    Umfrage zu den beliebtesten Mobile Payment Anbietern 2019

    Quelle: Statista 2019

    Warum hat der Start von Apple Pay in Deutschland so lange gedauert?

    Während Google Pay in Deutschland ohne große Probleme starten konnte, gab es Komplikationen bei Apple. Nicht nur hat der Start insgesamt länger gedauert als geplant, es gibt auch nach wie vor viele Institute, die nicht mit dem Unternehmen zusammenarbeiten wollen.

    Das größte und wahrscheinlich prominenteste Beispiel ist die Sparkasse. Mit iPhone bezahlen ist hier noch keine Option. Von offizieller Seite heißt es, dass der Hauptgrund dafür sei, dass man – im Gegensatz zu Android Geräten – keinen Zugriff auf den NFC Funkchip hat. Dieser ist für die Kommunikation zwischen Handy und Terminal (in Supermärkten, Geschäften etc.) verantwortlich.

    Dass das System bei Apple geschlossen ist, bedeutet, dass man mit einem iPhone keine anderen Bezahldienste als die von Apple selbst nutzen kann. Die Sparkasse hingegen versucht seit geraumer Zeit, eigene mobile Zahlungsangebote durchzusetzen und fordert dementsprechend, dass Apple sein System für Drittanbieter öffnet.

    Apple selbst rechtfertigt sein geschlossenes System mit seinem Sicherheitskonzept. Die Sicherheit von Nutzern könne nur dann garantiert werden, wenn Hardware, Software und Service aus eigener Hand kommen. Dieser Konflikt war auch in erster Linie dafür verantwortlich, dass die Einführung von Apple Pay in Deutschland überhaupt so lange gedauert hat.

    Weitere Probleme im Hintergrund

    Viele sehen das eigentliche Problem aber an einer anderen Stelle und es liegt nahe, hier zumindest einen Grund dafür zu sehen, dass die Sparkasse und auch Volksbanken sich weigern, Apple Pay in ihr Programm aufzunehmen: Es sind die hohen Lizenzgebühren bei Apple.

    Das bedeutet, die Sparkasse bzw. andere Institute müssten hohe Beträge an Apple zahlen, um bei Apple Pay dabei zu sein, obwohl diese eigentlich gleichzeitig selbst auf dem Markt des mobilen Zahlens Fuß fassen möchten. Dementsprechend ist die verfahrene Situation keine Überraschung.

    Wie sicher ist Apple Pay?

    Nutzer von Apple Pay können an dieser Stelle beruhigt aufatmen, denn das kontaktlose Bezahlen mit dem Smartphone wird als sehr sicher eingestuft. Das hängt u.a. damit zusammen, dass Daten wie z.B. die Kreditkartennummer nur verschlüsselt übertragen und somit auch nicht ausgespäht werden können. Selbst bei Diebstahl oder Verlust des Smartphones sind die Kreditkartendaten geschützt. Die Bank löscht dann lediglich die Karte aus der App heraus, sodass keine zusätzliche Sperrung erfolgen muss.

    Apple Pay unterscheidet sich in seinen Sicherheitsstandards zwar nur marginal von Google Pay, scheint aber die sichere Methode zu sein: Zahlungen erfolgen, unabhängig von der Höhe des Betrages, nur bei Entsperrung via PIN, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung. Bei Google Pay ist dieses Verhalten erst ab einem Betrag über 25€ nötig.

    Vor- und Nachteile von Apple Pay im Überblick

    Vorteile:
  • Kostenfreie Nutzung
  • unkompliziertes und schnelles Bezahlen (auch im Ausland)
  • Sicherheit durch Verschlüsselung der Daten
  • Zahlen ohne Mitführung des Portemonnaies möglich


  • Nachteile:

  • Kreditkarten dafür vonnöten
  • an Gerät von Apple gebunden
  • Zahlungsmethode nicht überall verbreitet
  • Wird noch nicht von allen Banken zugelassen
  • Fazit zu Apple Pay Deutschland

    Es ist zwar ärgerlich, dass zwei der größten Geldinstitute in Deutschland sich so schwer mit Apple Pay tun, dennoch scheint der Dienst in Deutschland gut anzulaufen. Das zeigen vor allem die ständigen Meldungen, sobald eine neue Bank mit dem Bezahldienst von Apple kooperiert. Inzwischen hat selbst die Sparkasse angekündigt, Apple Pay bald für ihre Kunden verfügbar zu machen.

    Auch als Zahlungsmethode ist Apple Pay sehr gut geeignet, sofern man sich denn darauf einlässt. Derzeit scheint Google Pay zwar in Deutschland etwas beliebter als sein Pendant zu sein, doch die Zeit wird zeigen, ob es dabei bleibt.

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