Ende Niedrigzinsphase Nullzinspolitik

Ende der Niedrigzinspolitik – Endlich wieder steigende ZinsenNeutralität mutual geprüft

Nach vielen Jahren steigen endlich wieder die Zinsen. Die Niedrigzinspolitik endet und die EZB erhöht den Leitzins. Aber was bedeutet das für Verbraucher?

Ende der Niedrigzinspolitik? – das Wichtigste im Überblick

    • Die EZB erhöht den Leitzins unerwartet stark auf 1,25%
    • Angefangen hat die Zinswende in den USA, wo die Notenbank schon früher mit der Erhöhung der Zinsen begonnen hatte
    • Der Europäische Finanzmarkt hat sich in weiten Teilen stabilisiert
    • Bereits jetzt sind die höheren Zinsen bei den Festgeld- und Tagesgeldzinsen zu sehen

Bald steigende Zinsen und Ende von Niedrigzinspolitik?

Seit März 2016 steht der Leitzins der Europäischen Zentralbank auf 0% und Sparer verzweifeln an der Niedrigzinsphase vom Sparbuch bis zum Festgeldkonto. Nun deutet sich ein Richtungswechsel in der Niedrigzinspolitik an – die EZB erhöht die Zinsen und man darf hoffen, dass sich das auch auf die besagten Finanzprodukte auswirkt.

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Die Zeichen auf eine Wende in der Zinspolitik haben sich zusehends gehäuft. US-Notenbankchef Jerome Powell sprach bereits davon, den „Leitzins im Laufe des Jahres zu erhöhen.“ Und die Bank of England hat den Leitzins tatsächlich bereits von 0,1 auf 0,25 Prozent erhöht. Und auch die Europäische Zentralbank hat schneller nachgezogen, als wir zunächst vermutet hatten.

Sie wollen ihr Geld vor Inflation und niedrigen Zinsen schützen? Dann empfehlen wir in das Anlegen in einen Sparplan. Aktien und ETFs bietet heutzutage bessere Renditen als konservative Anlagemethoden.

Wenn Sie daran allerdings kein Interesse haben, lohnt es sich zunehmend auch wieder, Geld in Festgeldkonten oder Tagesgeldkonten anzulegen.

Die EZB Zinsen steigen

Während Experten des „Spiegel“ vorausgesagt hatten, dass eine Erhöhung der Zinsen in Europa noch einige Zeit auf sich warten lassen würde hat die EZB nun doch schneller gehandelt.

Von den zunächst sehr schwammigen Aussagen der EZB, die zum Thema Niedrigzinsen getroffen wurden, zeigten sich viele Beobachter überrascht. Vor allem in Anbetracht der hohen Inflationsrate von schon damals fast 5% (Februar 2022), hatten viele vielleicht gehofft, dass zumindest das Geld auf den Sparbüchern durch bessere Zinsen wieder etwas an Wert zulegt. Jetzt ist diese Wende gekommen.

Die Banken sind bisher noch relativ zögerlich, was die Anpassung der eigenen Zinsen angeht. Das sieht man etwa an vielen Tagesgeldkonten, die nach wie vor nur Renditen um die 0,1% abwerfen. In unseren Augen ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Zahlen steigen.

Was sind Folgen der Zinserhöhung?

Die Zinswende wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit erstmal negativ auf den deutschen Bundeshaushalt auswirken. Denn auch der deutsche Staat hat Kredite am laufen und nimmt neue auf, es wird also auch auf nationaler und internationaler ebene teurer, große Investitionen zu tätigen. Zuvor waren die Konditionen für die Aufnahme von Schulden für den deutschen Staat so gut, nämlich im Negativzins Bereich, dass dieser mit der Aufnahme von Neuschulden sogar Geld hinzu verdient. Ein Punkt übrigens, den Deutschland nach Meinung vieler Experten nicht ausreichend ausgenutzt hat.

Auch für kleine Anleger und Menschen, die sich etwa eine Immobilie finanzieren wollen, wird sich einiges verändern. Die aktuell sehr niedrigen Zinsen etwa zur Baufinanzierung steigen etwa natürlich auch zusammen mit dem Leitzins. Wenn jetzt also Baukredit neu verhandelt werden, werden diese vermutlich teurer, als es sich die Kreditnehmer vorgestellt hatten.

Problem vor allem für Südeuropa

Während sich hierzulande viele über eine Steigerung des europäischen Leitzinses freuen, ist das Ende der Niedrigzinsphase für viele verschuldete südeuropäische Länder ein Problem. Denn mit höherem Leitzins müssten etwa Italien oder Spanien auch höhere Zinsen auf ihre Staatsschulden zahlen, was die Staaten folglich noch tiefer in die Verschuldung treibt. So würde nach aktuellen Schätzungen bereits eine Anhebung des EZB-Zins um 0,1 Prozent Italien etwa 0,13 Prozent seiner Wirtschaftsleistung kosten.

Woher kommt die Niedrigzinspolitik?

An dieser Stelle noch eine kleine, einfache Erklärung zu den Ursachen der Niedrigzinspolitik. Im Prinzip gibt es drei Hauptfaktoren, die Anlass für die Senkung des Leitzinses gegeben haben.

  • Eine instabile Wirtschaft in Europa
  • Verschuldung von Ländern
  • Die Bankenkrise

Durch einen niedrigen Leitzins soll es den Menschen erleichtert werden, Kredite aufzunehmen und Geld auszugeben, was im Gegenzug die Wirtschaft allgemein ankurbeln soll, um allgemeines Wirtschaftswachstum zu erreichen.

Hinzu kommt, dass viele – eigentlich alle – Länder in Europa zu einem gewissen Grad verschuldet sind. Das berühmteste Beispiel der letzten Jahre ist wahrscheinlich Griechenland aber auch Deutschland hat ordentlich schulden. Damit die Länder von dieser Schuldenlast nicht erdrückt werden und nicht noch weiter in die Schulden rutschen, wurde der Leitzins heruntergefahren. Dadurch müssen die Länder weniger Zinsen auf schon bestehende Schulden zahlen.

Als letztes gibt es da noch die Bankenkrise, wo die Problematik ähnlich wie bei den Ländern aussieht. Viele Banken haben sich verspekuliert, riesige Schuldenberge aufgenommen und sind dann 2008 in der Wirtschaftskrise an den Rand des Abgrunds geschlittert. Damit diese Banken überhaupt wieder agieren konnten und sich „frisches“ Geld besorgen konnte, wurden ebenfalls die Zinsen gesenkt.

Auch übrigens stehen auch steigende Kontogebühren der Banken und das Aussterben von Filialbanken mit diesen Punkten in Zusammenhang.

Fazit zu „wie lange noch Niedrigzins?“

Wie schon geschrieben hat die EZB die Leitzinsen im Vergleich zu den letzten Jahren bereits stark erhöht. Und diese Zinsen werden sich natürlich auch für Verbraucher in verschiedenen Bereichen niederschlagen. Wer etwa einen Kredit abschließen möchte, sollte das wahrscheinlich bald tun, bevor die Zinsen weiter steigen.

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Bildquelle: Vielen Dank an ProfessionalPhoto für das Bild (ProfessionalPhoto/www.pixabay.de)

Redakteur: Stephan Gert

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