Mobile Girokonten

Mobile Girokonten: Die Zukunft des Bankings in Deutschland?

Eine von Visa durchgeführte Studie aus dem Jahr 2016 zeigt überdeutlich, dass das mobile-Banking aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Durch komplett mobile Girokonten steht aber schon der nächste Trend in den Startlöchern. Gehören klassische Konten bald ganz der Vergangenheit an?

Eine von Visa durchgeführte Studie zeigt, dass bereits 59% der befragten Deutschen mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets für Bankgeschäfte nutzen. Und damit ist Deutschland noch weit abgeschlagen, in der Türkei sind es zum Beispiel ganze 91%. Insgesamt hat sich die Zahl von Europäern die mit mobilen Endgeräten Konten verwalten alleine im letzten Jahr verdreifacht. Ein anderer Trend geht in die Richtung, all die Plastikkarten, die wir in der Geldbörse herumtragen, zu bündeln. So soll es nur noch eine Karte geben, auf der dann die Funktionen verschiedener Anbieter wie Apps auf einem Smartphone installiert werden. Die Menschen wollen offenbar einen weniger komplizierten Umgang mit den Finanzen. Die Digitalisierung des Geldes scheint daher nicht mehr aufzuhalten zu sein und spätestens seit 2015 sind auch komplett mobile Girokonten bzw. mobile Bankkonten ein Thema.

Mobile Girokonten: Was ist das?

Mobile Girokonten oder komplett mobile Bankkonten sind Konten, die ausschließlich auf Geräten wie Smartphones oder Tablets betrieben werden. Es handelt sich also eigentlich um eine App, mit der sich alle klassischen Bankgeschäfte abwickeln lassen. Während die Apps von Banken wie der Deutschen Bank oder Commerzbank zwar ebenfalls mobiles Banking erlauben, sind mobile Girokonten nicht einfach ein alternativer Zugang zum klassischen Bankkonto. Es handelt sich um alleinstehende Konten. Einzig Analog ist die Banking-Karte. Diese bekommt man zugeschickt und mit ihr kann man schon heute in vielen Geschäften direkt zahlen. Außerdem kann man mit den Karten weltweit Bargeld an Bankautomaten abheben.

Mobile Girokonten: Was sind die Vorteile gegenüber einem normalen Konto?

Die Grundlegenden Funktionen eines mobilen Kontos unterscheiden sich erst einmal nicht von klassischen Bankkonten. Es gibt aber dennoch Besonderheiten. Erstens sind die mobilen Konten nicht einfach im Nachhinein entwickelte Apps, sondern von Anfang an auf das mobile Banking hin entwickelt und optimiert. So liegt der Fokus auf guter uns schneller Bedienbarkeit.

Zweitens steigen bei vielen Banken die Kontoführungsgebühren und auch Überweisungen kosten bei immer mehr Instituten Geld. Mobile Girokonten umgehen viele Kosten, die bei normalen Banken anfallen. Die Ersparnis daraus wird an den Kunden weitergegeben, indem Kontoführungsgebühren etc. wegfallen. Das zeigt sich auch bei den bisher größten Anbietern.

 

Mobile Girokonten: Welche Anbieter gibt es schon?

Besonders zwei bisher an den Start gegangene Mobile Girokonten sind zurzeit im Fokus der Medien: O2 Banking das Online-Konto von Telefónica in Zusammenarbeit mit O2 sowie die Banking App von N26. Verlockend vor allem für O2 Kunden: Wer das Konto regelmäßig für Gehaltseingang und Bankgeschäfte nutzt, bekommt zusätzliches Highspeed-Volumen für sein Smartphone. Das Startup N26 hingegen wirbt mit der Behauptung, dass es gerade einmal 8 Minuten dauern soll, ein Konto zu eröffnen und anscheinende wirkt die Werbung: Das Unternehmen konnte in wenigen Monaten bereits 100.000 Kunden für sich gewinnen. Von solchen Wachstumsraten können die alt eingesessenen Banken nur träumen.

O2 Banking Giro­konto fürs Smartphone

N26 Giro­konto fürs Smartphone

Das liegt auch daran, dass bei beiden Anbietern weder Kontoführungs- noch Überweisungsgebühren anfallen. Kosten entstehen nur im Umgang mit Fremdwährung oder wenn eine bestimmte Anzahl an Bargeld-Abhebungen überschritten wird.

Weitere Angebote sind allerdings auf dem Weg. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung planen diverse große Banken die Entwicklung und Einführung eigener mobiler Girokonten.

Redakteur: Stephan Gert

Bildquelle: Vielen Dank an FirmBee für das Bild (© FirmBee/www.pixabay.com).

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