Sparda Bank Berlin Gebühren

Sparda Bank Gebühren – Ende des kostenlosen Girokontos

Erst die Postbank, dann Sparkasse und Volksbank und nun die Sparda Bank. Als erstes Institut der Gruppe schafft die Sparda Bank Berlin ihr kostenloses Girokonto ab und tritt so in die Reihe der sich häufenden Banken ein, die die Gebühren anziehen.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

Sparda Bank Berlin schafft kostenloses Girokonto ab
• Gebühren steigen auf zwischen 1,50 und 3,90 Euro im Monat
• Immer mehr Sparda Banken ziehen mit
• Dachverband der Sparda Bank äußert Zustimmung
• Gebührenerhöhungen werden mit Zinstief gerechtfertigt

Update 18.04.2018 – Sparda Bank West Gebühren

Zum 1. Juli führt nach der Sparda Bank Berlin und der Sparda Bank Münster nun auch die Sparda Bank West Gebühren für die ehemals kostenlosen Girokonten ein.

Wie bei vielen anderen Banken auch, nennt die Sparda Bank den Vorgang lieber „Einführung neuer Kontomodelle“, statt einfach „Gebührenerhöhungen“. Dies Betrifft bisher vor allem das Standardkonto „Sparda-Giro Flex“, welches bisher gratis war, jetzt allerdings 2,50 Euro pro Monat kosten wird – vorausgesetzt man zahlt monatlich Geld ein, wie etwa Rente oder Lohn. Ansonsten kostet das Konto sogar 5 Euro im Monat.

Gleichzeitig wird auch die Jährliche Gebühre für die Girocard auf 12 Euro erhöht, womit man also theoretisch einfach einen Euro auf die Monatsgebühren drauf rechnen kann.

Im Vergleich zu anderen Filialbanken sind die Änderungen bei der Sparda Bank noch zurückhaltend, man kann nur hoffen, dass das weiterhin der Fall bleibt.

Landgericht Stuttgart gegen die Sparda Bank

Es ist ein kleiner Erfolg für die Verbraucherseite in einer Zeit, wo Banken an allen Ecken und Enden die Gebühren steigern. Der Sparda Bank Bade Württemberg wurde nun Untersagt, mit einem „Kostenlosen Girokonto“ zu werben, da das Landesgericht dies als irreführend eingestuft hat.

Zwar handelt es sich bei dem Konto tatsächlich um eines ohne Grundgebühren, seit 2017 ist es allerdings so, dass für die Girocard – die ja nun einmal unumgänglich ist – eine Gebühr von 10 Euro im Jahr anfällt. Diese kann man nur zurück bekommen, wenn man mit dem Konto im Jahr mindestens 100 bargeldlose Umsätze verbucht. Das mag nicht sonderlich schlimm klingen, kostenlos ist das Girokonto dadurch aber auf jeden Fall nicht.

Viel interessanter als das Urteil selbst könnten die Folgen dieses Präzedenzfalles sein. So lässt sich nämlich die Frage stellen, wo man die Grenze zieht zwischen Gebühren, die man wirklich freiwillig auf sich nimmt und denen, die man kaum umgehen kann. Eine optionale Kreditkarte mit Jahresgebühr etwa muss man natürlich nicht beantragen. Aber kann man zum Beispiel ein Girokonto kostenlos nennen, wenn nur 3 Bargeldabhebungen im Monat kostenfrei sind?

Wir sind auf jeden Fall gespannt, ob diesem Urteil weitere Klagen und Auseinandersetzungen mit Banken folgen.

Klage gegen Sparda Bank Berlin

Die Verbraucherzentrale Sachsen hat vergangene Woche – wie es aussieht erfolgreich – gegen die Sparda Bank Berlin geklagt. Gegenstand der Klage waren Gebührenerhöhungen 2016 und in den letzten Monaten, über die Kunden nach Ansicht der Verbraucherzentrale nicht hinreichend informiert wurden.
Im Fokus standen dabei vor kurzem eingeführte Gebühren für das Abheben von Bargeld an institutseigenen Geldautomaten. Nähere Informationen wird es im schriftlichen Urteil kommende Woche geben.

Bereits 2016 hatte die Sparda Bank die Gebühren für das Abheben mit der Kreditkarte am Automaten verdoppelt auf 2% des Umsatzes und mindestens 5 Euro. Dass durch diese Erhöhung eine fristlose Kündigung möglich wurde, hat die Bank ihren Kunden aber nur unzureichend mitgeteilt. Insgesamt gibt es mittlerweile etwa 40 Sparkassen und ungefähr 150 Volksbanken in Deutschland, die von ihren Kunden Gebühren für das Abheben von Bargeld verlangen.

Sparda Bank Berlin: nur eine unter vielen

Durch das Zinstief treffen immer mehr Banken die Entscheidung, die fehlenden Einnahmen als Gebühren an den Kunden weiter zu geben. Den Trend begonnen hatte die Postbank, dem folgten Sparkasse und Volksbank. Sieht man sich die Entwicklung bei diesen Instituten an, liegt die Vermutung nahe, dass auch die Sparda Bank Berlin Gebühren nur als erste der Gruppe erhöht und möglicherweise andere nachziehen.

Sparda Bank Berlin Gebühren

Die Sparda Banken waren tatsächlich immer für ihre günstigen Konditionen bekannt, was man etwa daran sehen konnte, dass sie häufig die ersten Plätze belegten, wenn es zum Beispiel um Kundenzufriedenheit oder Preis-Leistungsverhältnisse ging.

Leider scheint es hier jetzt aber zu einer Veränderung zu kommen, zumindest legt das die Umstrukturierung bei der Sparda Bank Berlin nahe. Ab Oktober 2017 soll das kostenlose Girokonto hier der Vergangenheit angehören, dadurch dass die Sparda Bank Berlin Gebühren anzieht.

Je nach Leistungsumfang sollen die Konten dann, je nach gebotenem Leistungsumfang, zwischen 1,50 und 3,90 Euro im Monat kosten. Das sogenannte „andere Girokonto“, dass auch Nicht-Genossenschaftsmitgliedern offen steht, kostet sogar 11,90 Euro im Monat.

Wer übrigens darüber nachdenkt, sich nach einem Konto umzusehen, welches noch kostenlos ist, kann dafür unseren neutralen, ausführlichen Girokonto Vergleich nutzen:
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Werden andere Institute der Sparda Bank folgen?

Einiges spricht dafür. Zunächst einmal wird sich die Lage der Banken einfach für eine Weile nicht verbessern. Ein Ende der Niedrigzinspolitik steht allerfrühestens für Ende 2018 in Aussicht.

Hinzu kommt, dass der Dachverband der Sparda Bank sich öffentlich verständnisvoll für die Entscheidung zeigt, dass die Sparda Bank Berlin Gebühren erhebt und das Institut keinesfalls kritisiert. Jede Bank müsse selbst entscheiden, wie sie am besten vorgehe.

Somit hat der Dachverband prinzipiell seine „Erlaubnis“ in Bezug auf Gebührenerhöhungen öffentlich gemacht, wodurch die Hemmschwelle auch für die anderen Institute gesunken ist.

Konto für junge Leute bleibt kostenlos und Ausnahmen

Zumindest beim Kontomodell für junge Menschen zwischen 10 und 26 Jahren bleibt das Konto bei der Sparda Bank Berlin übrigens Gebührenfrei.
Außerdem gibt es eine weitere positive Nachricht. Und zwar hat sich die Sparda Bank Baden-Württemberg bereits gegen Gebühren entschieden, wie es scheint. Sie bedient mittlerweile auch Kunden aus anderen Bundesländern und verkündete öffentlich: „Das gebührenfreie Konto bleibt weiterhin fester Bestandteil des Geschäftsmodells.“

Wieso steigen die Preise der Girokonten?

Bekanntermaßen befinden wir uns in einer Niedrigzinsphase, da die Europäische Zentralbank (EZB) einen Leitzins von 0,00% ausgibt.
Negativzinsen Sparda Bank Berlin Gebühren
Banken müssen für Einlagen bei der EZB sogar Strafzinsen in Höhe von 0,4% zahlen. Während also früher diese Einlagen bei der EZB Geld gebracht haben, kosten sie heute hohe Summen. Dadurch können Banken mit den Einlagen von Kunden kein Geld mehr verdienen.

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Bildquelle: Vielen Dank an 127071 für das Bild (127071/www.pixabay.de)
Redakteur: Stephan Gert

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