Verzinsung Girokonto

Verzinsung Girokonto: Bei welchen Banken gibt es noch Zinsen?

Das Zinstief und Niedrigzinspolitik bringen seit einigen Jahren erhebliche Veränderungen in Wirtschaft und Bankwesen mit sich. Während der Immobilienmarkt als Anlageort profitiert, gibt es kaum noch Girokonten die Zinsen abwerfen, womit schon das Thema des Artikels angesprochen ist: Verzinsung Girokonto – welche Banken zahlen noch?

 

Wie kam es zum Zinstief?

Noch 2013 zahlten relativ viele Banken ihren Kunden zumindest niedrige Zinsen auf das Girokonto, heute werden es immer weniger Institute aber was hat es mit dem Zinstief eigentlich auf sich? Viele Wirtschaftsexperten sehen den Beginn des Zinstiefs in der Wirtschaftskrise von 2007, die nicht nur Arbeitsplätze kostete, sondern auch Kredite und Anlagen platzen ließ.

Als Antwort senkte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins und weitere politische Maßnahmen wurden ergriffen, um das Aufnehmen neuer Kredite erschwinglich zu machen und verschuldeten Staaten zu helfen. Durch die niedrigere Hürde bei der Aufnahme neuer Kredite sollte und soll vor allem die Kaufkraft angeregt und damit die Konjunktur angekurbelt werden. Ein kleines Erklärungsvideo zum Zinstief findet man zum Beispiel auf der Website der Sparkasse.

 

Was bedeutet das Zinstief für Sparer?

Für den durchschnittlichen Anleger bedeutet das, dass sein Geld sich nicht mehr vermehrt. Während Zinsen auf Girokonten 2007 noch dafür sorgten, dass das angesparte Vermögen sich jährlich um etwa 4% erhöhte, verringert sich die Summer heute im schlimmsten Fall sogar. Das liegt an der Inflation, also dem Verfall vom Allgemeinen Geldwert bzw. dem Steigen der Preise. Übrigens hängt auch das Verschwinden von Gratis Girokonten mit den niedrigen Zinsen zusammen.

Für Anleger gibt es eigentlich nur zwei Optionen: entweder sucht man eines der wenigen Institute, die noch Zinsen auf angelegtes Geld geben oder man hält Ausschau nach alternativen Anlagemöglichkeiten.

 

Verzinsung Girokonto: Welche Banken zahlen noch?

Heute gibt es nur noch wenige Bankinstitute, die ihren Kunden wirklich Zinsen aufs Girokonto anbieten. Beim Thema „Verzinsung Girokonto“ muss man also viel recherchieren, um noch akzeptable Anlagemöglichkeiten im Bereich von Tagesgeld- und Festkonten zu finden. Wir haben uns umgesehen um herauszufinden, welche Banken noch Zinsen anbieten. Zu allen Banken gibt es weitere ausführliche Bewertungen und Informationen auf unserer Seite.

Konto Girozins Tageszins
Santander 123 0,1% 0,01%
Fidor Smart Girokonto 0,05% 0,0%
VW-Bank Girokonto 0,00% 0,40%
Audi-Bank Girokonto 0,00% 0,40%
Wüstenrot Girokonto 0,00% 0,01%
1822direkt Girokonto 0,00% 0,10%
Norisbank Girokonto 0,00% 0,05%
Commerzbank 0,00% 0,0%

 

Was das Thema „Verzinsung Girokonto“ angeht ist offensichtlich, dass der klassische Girozins praktisch nicht mehr existiert. Nur Santander und Fidor bieten hier noch geringe Zinsen. Bei Tagesgeldkonten gibt es hier noch ein breiteres Angebot, was vor allem daran liegt, dass viele Tagesgeldkonten heute nur noch online angeboten werden, wodurch die Verwaltungskosten sinken. Hier muss man allerdings auf die möglichen Voraussetzungen achten: Bei VW- und Audi-Bank gibt es den Tageszins zum Beispiel erst ab einem monatlichen Geldeingang von 1000 Euro oder mehr.

 

Alternativen zur Verzinsung Girokonto

Es gibt zum Glück alternative Anlage- und Sparmöglichkeiten, die vom Zinstief nicht betroffen sind oder sogar von diesem profitieren. Mögliche Alternativen zu Giro- und Tagesgeldkonten sind:

Die Festgeldanlage

Ein erster und risikoarmer Schritt aus dem Zinstief ist die Festgeldanlage. Hierbei wird das angesparte Geld für einen festen Zeitraum auf ein Konto angelegt und wirft deutlich höhere Zinsen ab, als es sonst der Fall wäre. Einziger Nachteil ist natürlich, dass das Geld nicht frei verfügbar ist. Die Ferratum Bank bietet zum Beispiel 0,85% bei einer 1000 Euro Anlage über 12 Monate, bei höheren Beträgen und längeren Laufzeiten kann sich das Anlegen hier schon wieder lohnen.

Der Fondssparplan

Mehr Risiko aber auch höhere Renditechancen: beim Fondsparplan werden regelmäßig Anteile an einem Fonds erworben, zum Beispiel an Dividendenfonds, wodurch der Anleger, wenn alles gut läuft, an den Ausschüttungen profitiert.

Immobilien

Der Immobilienmarkt profitiert für Anleger zurzeit von den niedrigen Zinsen, das Kaufen und Bewohnen von Häusern ist günstig, wie lange nicht mehr. Somit bietet sich zum einen die Chance auf Werterhalt aber auch auf eine Wertsteigerung – zum Beispiel durch steigende Mieteinnahmen – in den nächsten Jahren.

 

Fazit

Wenn man keine allzu großen Sparziele hat, gibt es tatsächlich noch wenige Girokonten, die das Geld durch niedrige Zinsen zumindest vor der Inflation schützen. Bei größeren Ambitionen ist es mittlerweile aber fast unumgänglich, sich auch mit anderen Anlagemöglichkeiten auseinanderzusetzen- das Thema „Verzinsung Girokonto“ ist für ernsthafte Anleger uninteressant, bis sich wohlmöglich der Leitzins irgendwann wieder erhöht.

 

Redakteur: Stephan Gert

Bildquelle: Vielen Dank an Alexas_Fotos für das Bild (© Alexas_Fotos / pixabay.com).

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