PSD PSD2 Richtlinien

PSD2: Neue Regeln im Zahlungsverkehr

Neue EU Richtlinien (PSD2) verändern den Zahlungsverkehr in unserem Alltag und verschieben das Verhältnis zwischen Kunde und Bank. Was sind die neuen Regelungen und was bedeuten sie für den Verbraucher?

Die neuen Regelungen der EU zur Zahlung mit Kreditkarte und im Netzt allgemein – genannt „PSD2“ – könnten nicht nur grundlegend verändern, wie wir zahlen, sie werden auch eine ganz neue Dynamik in die Konkurrenz zwischen Banken und verschiedenen Zahlungsanbietern, wie etwa Fintech Startups, bringen.

Was sehen die neuen Regelungen vor?

Bisher ist es so, dass die Banken ein praktisch unantastbares Monopol im Bereich von Finanzen und Krediten haben und das liegt unter anderem daran, dass nur die Banken Zugang zu den Kontodaten ihrer Kunden haben.

Das heißt, sie können sehen und analysieren, wie die Kunden mit ihrem Geld umgehen und was sie damit machen und dementsprechend Finanzierungen, Kredite und sonstige Produkte anbieten, wie etwa Baufinanzierungen oder Investitionsmöglichkeiten.

Offenerer Zugang zu Kontodaten

Dieses Monopol soll nun durch die PSD2 Regelungen zumindest teilweise aufgebrochen werden. Und zwar sollen in Zukunft auch Drittanbieter die besagten Daten der Kunden erhalten können, wenn sie bei den Banken anfragen. Hier eröffnet sich also ein völlig neuer Zugang zu potenziellen neuen Kunden für Fintechs, Startups und andere Konkurrenz der klassischen Institute.
Das Verhältnis zwischen Bank und Kunden könnte sich mit diesen Änderungen durch PSD2 grundlegend verschieben.

WICHTIG: Bevor man jetzt meint, die eigenen Daten und Kontobewegungen seien somit jedem zugänglich: das ist nicht der Fall. Die Unternehmen müssen Anfragen und die Bankkunden müssen explizit der Herausgabe der eigenen Daten zustimmen.

Banken sind nicht begeistert

Logischerweise sind die großen Geldhäuser von den neuen PSD2 Regelungen nicht gerade angetan, es sein nicht gerechtfertigt, anderen Anbietern Zugang zur Infrastruktur der Banken zu gewähren, während die Banken selbst so einen Zugang auf der Gegenseite nicht hätten, sagte Andreas Krautscheid vom Bundesverband deutscher Banken.

Zwar mag diese tatsächlich auch ein Grund für den Ärger der Geldhäuser sein, natürlich sehen sie aber auch ihr Monopol gefährdet, welches in den letzten Jahren sowieso schon von immer neuen Möglichkeiten, sein Geld zu verwalten, ins Wanken gebracht wird. Einige Experten gehen in ihren Schätzungen so weit, dass sie meinen, die Banken könnten 40 Prozent ihrer Gewinne im Privatkundengeschäft verlieren.

Mehr Sicherheit im Netz

Ein anderer Teil der PSD2 Regelungen betrifft Sicherheitsabfragen beim Online Shoppen bzw. Zahlen mit Kreditkarten in Online Shops.

So sollen demnächst statt einem mindestens zwei Sicherheitsmerkmale benötigt werden, um einen Kauf im Internet per Kreditkarte zu tätigen. Das heißt etwa, dass man nicht nur die Kreditkartennummer, sondern zusätzlich noch eine TAN oder einen Fingerabdruck abgeben muss.

Während diese zusätzliche Sicherheit den meisten Kunden wohl gefallen dürfte, da das Online Shopping so sorgloser von statten gehen kann, sind Online Händler weniger begeistert. Diese haben die Befürchtung, dass durch den somit etwas langwierigeren und komplizierteren Vorgang die Verkäufe im Netz zurückgehen.

Fazit zu PSD2

Ohne unnötig Panik zu verbreiten, kann man natürlich besorgt über die Richtung sein, in die sich das Ganze bewegt. Denn selbst, wenn es zunächst so ist, dass Kunden der Herausgabe der eigenen Kontodaten zustimmen müssen, ist es doch auch nicht so, als hätte man noch nie von krummen Geschäften durch Banken und Kreditinstitute gehört. Man kommt nicht um das Gefühl herum, dass die eigenen Daten etwas weniger sicher sind und sich die Pflicht zur Geheimhaltung an manchen Stellen vielleicht dem Drang zum Profit beugt.

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Bildquelle: Vielen Dank an Vanmarciano für das Bild (Vanmarciano/www.pixabay.de)

Redakteur: Stephan Gert

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